Der Welt lag er zu Füßen. Er war bescheiden, er war stets freudig. Er dachte nicht viel nach und doch besser als der Rest. Er fütterte gern Enten. Er las manchmal die Zeitung. Er redete nicht gern und doch schien ihm der Mittagstisch mit seinen Alltagsraffinessen der geborgenste Platz auf Erden: <<Die Müllerin verläßt ihr'n Mann>> & <<die alte Rußin ist ins Irrenhaus geschickt worden>> - <<Da gehörense doch alle hin, die Kommunisten!>>. All das ließ ihn an die Einfachheit des Lebens glauben.
Und nun? Was jetzt? Danach? Davor? Zurück? Nach vorne? Danach nach vorne zurück?
Ihre verglasten Träume wollte er rauben, sie auf den Boden werfen, zerstampfen, zerschmettern, zersplittern. Im Telefonbuch: <<Tolstoi, Trakl, Träuber>>, dort die 0 und da die 4 und nun die 8, ja, er wusste es zu wissen. Tief und tönend, bis zur Stimme, so bekannt, so schnell verstörend. Hörer weg, die Flucht ergriffen. Und dort lag er wieder einmal mehr der Welt zu Füßen. Bus 17 kam, und sah, und fuhr und 18 ebenso. Und 19, die nahm er schließlich, zurück zum Abendstisch. Er mochte es nicht, das Reden: <<Der Müller ist nicht ausgezogen>> & <<Bei der Rußin wohnt ein Chinese>> - <<Da gehen ma hin, der frisst heut Nacht bloß Pflastersteine>>
RUHE!RUHE!RUHE!RUHE!RUHE!RUHE!RUHE!RUHE!
Unerhört gleicht ungehört, die Stimme steckt zwischen Porzellankaraffe und Erbseneintopf, eigner Anbau, versteht sich. Und er rennt, er rennt, er rennt, verfolgt vom Regen; er riecht die Ruhe, er folgt dem Licht, er sieht die Linie 17 - Mein Gott sie wär so nah, die Chance auf DAS Leben - und sie kam, sie sah, er sah, sie fuhr. Ein Ziel ist wichtiger als dein Leben, (oder nicht? Sagt! Ist es nicht?), denkt er, er weiß, er rennt, er rennt: Die Alpen liegen, durch die Abenddämmerung in unwirkliches Licht getaucht, weit entfernt und man könnte meinen die Gipfel zwinkertem einem zu. Das liegt daran, dass die Sonnenstrahlen vom Schnee in ALLE Richtungen reflektiert wird. Deswegen wirkt das so. Die zwinkern nicht wirklich. Und sie sind auch nicht wirklich golden. Das ist auch bloß der Schnee und die Sonne!
Freilich, dafür hab ich jetzt nicht Zeit.
Er folgt dem Regen, nicht der Sonne, ein Ziel, DAS Ziel, nicht leben, sondern Leben retten. Dort: Die Lisa von der Tankstelle, durch das Fenster sieht man ihre feine Silhouette, und der Name, hm, der passt. Träuber, Trauben, Silhouette. Er verflucht sich selber: die Scham, die Schmach, und doch die 0, die 4, die 8. Weiter, weiter! Dort, das Haus der alten Rußin, roter Stern, davor nur Glatzen. Ein Sprung, 3 Steine, roten Stern tränkt rotes Blut. Ein Ziel, das Ziel. Und es werden noch 10 fliegen. Rußin tot. Chinese tot. Denken tot und die Alpen liegen, durch die Abenddämmerung in unwirkliches Licht getaucht, weit entfernt und man könnte meinen die Gipfel zwinkertem einem zu. Und mit 0, mit 4, mit 8 liegt er der Welt zu Füßen.











